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Europas Regionen rücken näher

16.05.2002

Europas Regionen rücken näher

Rhein-Hunsrück-Region entwickelt sich zum Zentrum

Kontakte nach Schottland und Italien werden über den Hahn verstärkt

Europa ist zusammen gerückt, und der Rhein-Hunsrück-Kreis entwickelt sich zunehmend zur Drehscheibe, zum Zentrum vor allem zwischen Nord und Süd. Eine Entwicklung, die ausschließlich auf den Flughafen Hahn und die neuen Reisemöglichkeiten durch Ryanair begründet ist. Neue Verbindungen zwischen den Regionen entstehen und sind bereits entstanden. Zurzeit gilt es, diese neuen Beziehungen zu pflegen und auszubauen: Im Sinne der Regionen.

RHEIN-HUNSRÜCK. Die nächsten Tage wird eine schottische Delegation aus Ayrshire die Rhein-Hunsrück-Mosel-Region besuchen, eine Woche später gefolgt von Gästen aus dem italienischen Pescara. Noch haben erst wenig Touristikfachleute, einzelne Politiker und engagierte Menschen wie der Initiator von à la région, Gerhard Stümper, die Zeichen der Zeit erkannt und bereits Kontakte geknüpft.

Dabei kommen auf den Großraum Rhein-Hunsrück-Mosel ungeahnte Chancen zu: Mindestens 1,2 Millionen Menschen werden im laufenden Jahr über den Flughafen Hahn ein- beziehungsweise ausreisen. Im kommenden Jahr werden 1,5 Millionen Menschen erwartet. Im italienischen Pescara wollen die Tourismusverbände die Region Abruzzen stärker vermarkten. Von den dort jährlich zunächst erwarteten 100 000 Fluggästen müssten nur fünf bis zehn Prozent an die Region "gefesselt" werden, wurde als Devise ausgegeben. Das bringt einen enormen Aufschwung.

Ähnlich denken und handeln die Touristiker bereits in Schottland rund um den Flughafen Prestwick bei Glasgow. Mit der dortigen Grafschaft Süd-Ayrshire sind bereits Kontakte in den Rhein-Hunsrück-Kreis geknüpft. Neben der örtlichen IHK haben zwischenzeitlich die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Licht und Hans-Josef Bracht Verbindungen aufgebaut. Künftige engere Beziehungen sind ausdrücklich erwünscht und bis hin zu festen Partnerschaften denkbar. So kommt vom morgigen Donnerstag bis zum Samstag eine neunköpfige Delegation aus Ayr in den Rhein-Hunsrück-Kreis.

An deren Spitze steht die Verwaltung-Chefin, Provost Elizabeth Foulkes, die im vergangenen Herbst schon Gastgeberin für die Delegation aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis und dem Moseltal war. Vor wenigen Tagen hatte unsere Zeitung erneut die Gelegenheit zu einem Besuch in Ayr, wo sich eine Woche lang (fast) alles um den schottischen Dichter Robert Burns drehte. Höhepunkt des nach ihm benannten Festivals war ein von mehr als 2000 Menschen besuchtes Open-Air-Konzert in den Mauern des historischen Schlosses Culzean Castle. Kultur soll künftig neben Geschichte, Meer, Landschaft und Golf ein neues Lockmittel für Touristen aus Deutschland werden. Eine Idee, für die sich auch die Abruzzen, Südfrankreich, Norwegen und die Region Rhein-Hunsrück begeistern werden.

Die Region wird international. Die Weichen für "Europa der Regionen", à la région im Jahr 2005 auf dem Hahn, sind jedenfalls gestellt. Jetzt gilt es, die Züge in die richtige Richtung zu starten... (Rhein-Hunsrück-Zeitung - Michael Maurer, 16.05.2002)

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