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Der Region engstens verbunden

31.12.2002

Der Region engstens verbunden

Damwildzüchter Gerhard Stümper ist der Motor von à la région und engagierter Protagonist seiner Heimat

Hunsrücker Damwild und die Intitiative à la région - zwei Dinge, die untrennbar mit dem Namen Gerhard Stümper verbunden sind. Mit einem Beitrag über den engagierten Protagonisten seiner Heimat beschließen wir unsere à la région - Serie.

KAPPEL. Wenn man vom Hunsrücker Damwild spricht, spricht man auch gleichzeitig von Gerhard Stümper. Wie kaum ein anderer, steht er hinter dem Gedanken, den Hunsrück zu vermarkten und damit umweltverträgliche Lebens-und Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Sein Credo besteht in der Einheit von Landschaft und Produkt.

Mit dem kapitalen Damwildhirsch "Hansi" fing 1974 alles an. Schon damals, auf der Suche nach Nischen, erkannte Stümper die Chance der Vermarktung des hochwertigen Fleisches. Ursprünglich stammt das Damwild aus Kleinasien. Zur Zierde feiner englischen Parks kamen die grazilen Tiere erstmals nach Europa. Mit der Zeit wurde aus dem Wildtier ein fast handzahmes Haustier, das in der Tradition der Parks auf großen Freiflächen gehalten wird.

Natürliche Wiesen auf denen artenreich Kräuter und Gräser wachsen, waren und sind keine Mangelware im Hunsrück. Hier finden die Tiere die idealen Lebensbedingungen für eine erstklassige Fleischqualität. Kurzfaserig und butterzart, mit ganz wenig Fett und dennoch saftig, mildes Wildaroma, bei gleichzeitigem würzigen Fleischgeschmack, das schätzen Gourmets am Damwildfleisch. In weiten Talauen bei Kappel und Kludenbach baute Stümper auf einer Fläche von 26 Hektar seine Gehege. Aus Ur-Hansi ist ein stattliches Rudel mit 145 Muttertieren geworden. Jährlich kommen 125 Kälber zur Welt.

Ausschließlich die jungen Tiere werden im Alter von 15- bis 18 Monaten von September bis Januar "geerntet". Direkt im Gehege werden sie waidgerecht geschossen und das Fleisch auf dem kürzesten Wege verarbeitet. Mit der Zeit konnte Gerhard Stümper weitere Landwirte von seiner Idee überzeugen. Es formierte sich die Gemeinschaft "Hunsrücker Damwild". Auch im überregionalen Bereich fanden Stümpers Überlegungen Beachtung. Rheinland-Pfalz weit formierte sich eine Erzeugergemeinschaft, der heute 30 Betriebe angehören. Unter dem Zertifikat Landwirtschaftskammer "Rheinland-Pfalz kontrolliert" garantieren die Damwildhalter eine tiergerechte Haltung und Fütterung auf kräuterreichen Weiden, eine einwandfreie Versorgung der Schlachtkörper und tierärztliche Überwachung.

Die "grünen Gehege" sind offen und können besichtigt werden. Die Damwildhalter der Erzeugergemeinschaft organisieren immer wieder Wild-Spaziergänge und informieren gerne. Frisch aus der Natur, halten die Damwild-Erzeuger für alle Genießer und Konsumenten die sich bewusst ernähren wollen, hochwertige Lebensmittel bereit. Neben dem frischen Fleisch, dass zu feinsten Delikatessen bereitet werden kann, haben sie auch "handfestere" Spezialitäten wie Salami, Schinken, Lyoner, Leberwurst, Jagdwurst, Sülze und natürlich das beliebte Damwild-Gulasch in ihrem Angebot.

Der Slogan "Aus der Region in die Region" ist gerade in Zeiten von unübersehbaren Fleischimporten und Lebensmittelskandalen aktueller denn je. Logisch das aus diesen Ansätzen à la région entstehen konnte. Im Schatten seiner idyllischen Gehege hatte Gerhard Stümper den Gedanken, Spitzengastronomen mit Köstlichkeiten aus der heimischen Küche und führende Winzer vom Mittelrhein mit erlesenen Tropfen in einem ansprechenden Ambiente zu verbinden. Seit 1995 ist dies Festival der Genüsse den Gourmets schon fünfmal über die Zunge gegangen. Die Vorbereitungen für "à la région 2003" auf der Burg Rheinfels sind im vollen Gange - die Karten sind bereits ausverkauft. Auch Hunsrücker Damwild wird im historischen Gemäuer, hoch über dem Rheintal wieder ganz oben auf der Karte der Delikatessen stehen. (Rhein-Hunsrück-Zeitung - Werner Dupuis, 31.12.2002)

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