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Europas Regionen wachsen zusammen

19.03.2004

Europas Regionen wachsen zusammen

Sörmland hat großes Interesse an der internationalen Zusammenarbeit

"Europa der Regionen" heißt es im kommenden Jahr auf dem Flughafen Hahn. Unter diesem Motto steht das nächste Gourmetfestival à la région, das am 24. Juni 2005 stattfindet. Neben den bekannten heimischen Spitzenköchen und Winzern werden dann auch Gastronomen aus den verschiedenen europäischen Regionen, die Ryanair vom Flughafen Hahn aus ansteuert, dabei sein.

RHEIN-HUNSRÜCK / SÖRMLAND. Die Vorbereitungen für à la région 2005 sind in vollem Gange. Gerhard Stümper, Marketingdirektor und Motor der Initiative, betreibt derzeit Lobbyarbeit in ganz Europa für diese Idee. Jüngste Station war ein Besuch im Sörmland (wir berichteten bereits kurz) in Schweden, wo der Flughafen Skavsta liegt. Der schwedische Partnerflughafen weist starke Ähnlichkeiten mit dem Hahn auf. Ryanair machte aus dem ehemaligen Militär-Airport einen aufstrebenden Verkehrsflughafen. Derzeit entsteht ein großes neues Terminal, das Ende April in Betrieb gehen soll.

Aber auch über den Flughafen hinaus gleichen sich die Bilder. "Stockholm-Skavsta" liegt noch etwas weiter von Stockholm entfernt als der Hahn von Frankfurt. Die Region ist ländlich strukturiert - und Kooperationspartner beim europäischen Förderprogramm Interreg III-B. Das Antragsverfahren zu diesem Programm zu Förderung strukturschwacher Regionen im Norden Europas wird derzeit federführend von der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreis betrieben. Konkrete Ergebnisse des Verfahrens, an dem neben dem Rhein-Hunsrück-Kreis und dem Kreis Bernkastel-Wittlich auf deutscher Seite Partner in Schottland und Irland beteiligt sind, werden nächste Woche im schottischen Prestwick der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt.

Kooperationspartner sind als Beobachter aus Ungarn und Schweden im Boot. Den Kontakt zur Verwaltung in der Provinzhauptstadt Nyköping stellt bereits vor einigen Monaten Harald Rosenbaum (Kreisverwaltung) her. Darauf aufbauend reiste jetzt ein kleines Team von à la région ins Sörmland. Die örtliche Tourismus-Chefin Siw Johansson und der Leiter der Tourismuszentrale der Region, Reidar Svedahl, hatten ein informatives Programm zusammengestellt und für zahlreiche Kontakte zu Gastronomen und Touristikern gesorgt. Am Abend gab es ein Treffen mit der Leiterin der örtlichen Hotelfachschule, die sehr an einem Austausch mit deutschen Partnern interessiert sind.

Dieser Austausch soll in absehbarer Zeit auch zwischen deutschen und schwedischen Häusern erfolgen. So ist es für beide Seite denkbar, beispielsweise in einem Hotel am Mittelrhein eine "schwedische Woche" mit entsprechenden Gerichten zu veranstalten, zu der ein schwedischer Koch für einige Tage nach Deutschland kommt. Umgekehrt besteht großes Interesse beispielsweise an einer Weinprobe vom Mittelrhein im Sörmland oder eine Woche mit kulinarischen Spezialitäten vom Hunsrück.

Auch der gegenseitige Austausch von Auzubildenden im Hotelfach ist angedacht. Konkrete Absichtserklärungen gibt es bereits vom Schloßhotel Rheinfels in St. Goar und dem Stadshotell in Trosa, einer malerischen Kleinstadt am Meer, etwa 50 Kilometer vom Flughafen Skavsta entfernt. Dessen Betreiber Toni Betschart zeigte ebenso wie Jacob Corlin vom Management des Best Western Bloomenhof Hotell in Nyköping großes Interesse an einer Zusammenarbeit. Beide Häuser unterstützten bereits in der Vergangenheit die örtlichen Touristiker bei der Betreuung von deutschen Journalisten in Schweden.

Gerhard Stümper zog zum Abschluss des Besuches im Sörmland und der Nachbarprovinz Östergötland eine positive Bilanz. "Wir können auf beiden Seiten mit dem Tourismus, den Hotels und regionalen Produkten gezielte und nachhaltige Werbung betreiben." Beide Seiten könnten über à la région für die jeweilige Region werben und so die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Region verbessern. Ausdrücklich unterstützt der Marketing-Chef von à la région die Idee des Austausches zwischen deutschen und schwedischen Gastronomen: "Dabei können wir die Besonderheiten der Regionen vermitteln und den Dialog mit den Gästen auf europäischer Ebene vertiefen. Europas Regionen wachsen zusammen, und wir starten ein europäisches Netzwerk." (Rhein-Hunsrück-Zeitung - Michael Maurer, 19.03.2004)

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