Chronik | Boppard 1995

Boppard 1995

30. November 1995

à la région Boppard 1995 - eine Region wacht auf ...

Hervorragende Präsentation in Boppard

BOPPARD/KREIS. Rhein und Hunsrück passen vielleicht doch besser zusammen, als man auf den ersten Blick vermutet. Kulinarisches und Wein können nämlich eine hervorragende Liaison eingehen. Es hätte ja vielleicht nicht gleich ein ganzer Kreis daraus werden müssen... In einer Präsentation der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück und unter der Schirmherrschaft von Wirtschaft- und Landwirtschaftsminister Rainer Brüderle kombinierten in der Bopparder Bundesakademie sechs Gastronomen ausgesuchte Spezialitäten der heimischen Region mit Weinen von Mittelrhein-Gütern zu einer kulinarischen Weinprobe. Hilfestellung leisteten dabei Hunsrück-Marketing, die Mittelrhein-Weinwerbung, Damwild-Farming und der Fremdenverkehrsverein Rhein-Hunsrück, nicht zuletzt die Moderatoren Hiltrud Specht (Wein) und Werner Treichel (Gastro).

Dass die Winzerschaft auf höchstem Niveau arbeiten kann, das bestätigte ihr an diesem Abend am Rhein auch Rainer Brüderle. Nur dies die potenzielle Kundschaft auch wissen zu lassen, da hapere es bei den Winzern am Mittelrhein ja im Land hat der Minister mit klarem Blick erkannt. Umso mehr gelte ein solcher kulinarischer Erlebnisabend in der Zusammenarbeit zwischen Rhein und Hunsrück als "glückliche Kombination zur Werbung für die regionalen Besonderheiten". Die Darstellung von Wein und Agrarprodukten gemeinsam mit der Vorstellung der regionalen Gastronomie und des Fremdenverkehrsangebots bringe allen Beteiligten mehr Nutzen, als jede Gruppe für sich erreichen könnte. Sparkassen-Direktor Dieter Merten betonte das Interesse seines Hauses, Landwirtschaft, Weinbau und Gastronomie der Konsumentenseite vermittelnd schmackhaft zu machen. Landrat Bertram Fleck stieß ins gleiche Horn und erwähnte u.a. den bereits vor Jahren initiierten Rezeptwettbewerb "Heimat à la carte" und zahlreiche weitere Bemühungen, die gesamte Region endlich mehr ins Blickfeld zu rücken.

Dass dabei auch heimische Gastronomen ausgezeichnet mithalten können, bewies wieder mal dieser Abend in der Bundesakademie. Nicht die zum Ko... sattsam bekannte rheinische "Nationalspeise" Jägerschnitzel und Pommes stand da auf der Tagesordnung. Die Küchenmeister hatten vielmehr Pfiffiges und Veredeltes auf die Teller gezaubert. Vom "Schwarzen Adler" (Simmern) kam pikante Galantine vom Hunsrücker Hahn mit Rieslinggelée und Mausohrensalat. Mit einer doppelten Rinderkraftbrühe und Pfannkuchenschnecke empfahl sich der "Eiserne Ritter" von Boppard-Weiler. Kartoffelkuchen mit Kräuterklatschkäse vom "Landsknecht" in St Goar sorgte für eine kräftige Unterlage. Damwildröllchen an Haselnusssoße und kleiner Gemüsekuchen vom "Birkenhof" aus Klosterkumbd erinnerten an herbstliche Jagdzeiten. Hunsrücker Ziegenkäse mit Lindenblütenhonig und Rosmarinstange vom Schlosshotel auf Rheinfels (St. Goar) leiteten über zum süßen Ausklang- einer Spätburgunder Rotweinbirne mit Zimtmus und Trestersoße, angerichtet vom Burghotel auf Schönburg (Oberwesel).

Diese Köstlichkeiten rundeten ein Riesling-Sekt von Gerhard Lambrich, eine trockene Bacharacher Riesling Spätlese von Karl Heidrich, ein Loreley-Riesling (halbtrocken) von Gerhard Lambrich (Dellhofen), ein Riesling Qualitätswein halbtrocken vom Bopparder Toni Lorenz, ein trockener Spätburgunder QubA-Wein von Josef-Albert Lambrich (Dellhofen), eine halbtrockene Riesling Spätlese von Walter Perll (Boppard) und eine Riesling Auslese von August Perll (Boppard) trefflich ab. Und damit die Gäste aus allen Teilen des Kreises wussten, wo dieses Gute ihnen geschah boten die Bopparder Weinsänger a capella stimmungsvolle Lieder vom Wein. (Rhein-Hunsrück-Zeitung - Gerhard Seib)