Chronik | 15 Jahre à la région

Emmelshausen 2000

16.Juni 2000

à la région Emmelshausen 2000 - ein Region zeigt ihre schöne Seite

Beim kulinarischen Festival à la région kommen nicht nur Genießer voll auf ihre Kosten - Gemeinsinn wird bewiesen

Leben "wie Gott in Frankreich" kann man auch am Rhein und im Hunsrück. Den Beweis dafür wollen die Veranstalter des kulinarischen Festivals à la région im Sommer wieder antreten. Heimische Produkte, in Küche und Keller hervorragend zubereitet, werden am 16. Juni in Emmelshausen wieder die Hauptrolle spielen. Wirte, Winzer und Sponsoren wollen ihren Gästen das Beste aus der Region auftischen.

RHEIN-HUNSRÜCK. Die Resonanz auf die ersten drei Veranstaltungen à la région, die in Boppard, Kastellaun und Emmelshausen durchgeführt wurden, war so positiv, dass man gar nicht mehr anders kann, als jährlich im Namen der Region zu Tisch zu bitten. Gerhard Stümper aus Kappel konnte beim jüngsten Treffen der Organisatoren mit Stolz resümieren: à la région ist von unten heraus entstanden. Wichtig dabei ist, dass die Region zusammenhält." Die Gastronomie geht mit gutem Beispiel voran. Das Verständnis unter den beteiligten Kollegen sei hervorragend, berichtete Josef Mayer vom Hotel "Eiserner Ritter" in Weiler und hob den Wert des Gemeinschaftssinnes hervor. Ein vernetztes System und ein breites Angebot sorge auch für Gäste. Es dürfe keine Grenzen geben zwischen Gastronomie und Tourismus, betonte der erfahrene Hotelier. Komplimente für die Gastronomie und Dank an die Veranstalter gab es auch von Weinbaupräsident Gerhard Lambrich. Das Wir-Gefühl in der Region müsse unbedingt gestärkt werden, meinte Lambrich, aber es brauche seine Zeit, bis dieser Gedanke zum Tragen komme. Mit einer Veranstaltung wie à la région werde mehr Zusammenhalt auch in der Winzerschaft geschaffen, als mit der Steillagen-Förderung. Zuschüsse - egal für welchen Zweck - seien ohnehin nur "eine Art Sterbehilfe", meinte der Weinbaupräsident scherzhaft und lobte die "ungewöhnliche Leistung der Gastronomie", die bei der kulinarischen Messe "den härtesten Part übernommen" habe.

Die Rolle des Sponsors fasste Dieter Merten, Direktor der Kreissparkasse, in einem Satz zusammen: "Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe leisten." Es gehe darum, die Kraft der Region zu zeigen und den Erlebniswert zu steigern. Mit den Eintrittsgeldern werden höchstens die Selbstkosten der Beteiligten gedeckt. Ohne Sponsoring wäre der Eintritt wohl so hoch, dass das Interesse am Genießen von der Sorge ums Geld erdrückt würde. Dass der Regionalrat Wirtschaft in die Organisation mit eingebunden ist, zeigt, dass die heimische Wirtschaft ebenfalls an einer Weiterentwicklung der gesamten Region interessiert ist und sich engagieren will. In diesem Jahr wird à la région bereits zum zweiten Mal im Agrarhistorischen Museum in Emmelshausen veranstaltet. Dies hängt einmal damit zusammen, dass die Kreiskulturtage 2000 in Emmelshausen stattfinden und zum anderen - wie Gerhard Stümper betonte - damit, dass der museale Charakter des Veranstaltungsortes einen besonders schönen Kontrast zum Angebot an frischen Produkten der Region bietet. In diesem Jahr sollen auch die Künstlergruppen von Rhein und Hunsrück zu einem gelungenen Ambiente beitragen. Die Organisatoren sind zuversichtlich: Am 16. Juni können die Besucher wieder nach Herzens- und Gaumenlust genießen - egal ob`s regnet oder die Sonne scheint. Das Wetter macht ohnehin, was es will.

Wir-Gefühl ist ein Erfolgsrezept

Eine Region präsentiert sich. Einfach gesagt. Und dennoch - wie durch à la région bewiesen - bereits mehrfach erfolgreich getan. Nicht nur Arbeit und hervorragende Produkte - Einsicht ist das Geheimnis des Erfolges. Die Einsicht, dass Teamwork auch den Einzelnen voran bringt. Nach dem Rezept "Es gibt viel zu tun, also fangt ihr schon `mal an" wurde sicherlich nicht gehandelt. Die engagierten Winzer, Wirte und Sponsoren bieten mehr als nur Arbeit, Einsatz und Geld, sie liefern den eindrucksvollen Beweis dafür, dass "Wir-Gefühl" keine Worthülse sondern ein Erfolgs-Rezept ist. Der Wert einer Aktion wie à la région kann (und soll) nicht in betriebswirtschaftlichen Berechnungen erfasst werden. Er liegt in der Erkenntnis der Beteiligten, dass Gemeinsinn Grenzen sprengt. Sicher, nach wie vor gilt: Konkurrenz macht munter! Aber Konkurrenzk(r)ampf lähmt. Wenn das Beispiel à la région Schule macht und Grenzen aus manchen Köpfen verschwinden, befindet sich die ganze Region auf einem guten Weg in eine erfreuliche Zukunft. Deutliche Anzeichen dafür gibt es in den letzten Jahren immer mehr. (Rhein-Hunsrück-Zeitung - Bert Baden)