Chronik | Kastellaun 2011

Kastellaun 2011

17. Juni 2011

Vergnügt geschlemmt trotz Regens
Festival 800 Gäste bei à la région auf der Kastellauner Burg.

Erneut rekordverdächtig war die Zahl der Gäste beim Gourmet-Festival à la région. 800 Gäste waren auf die Kastellauner Burg gekommen und ließen sich von Köchen und Winzern am Freitagabend verwöhnen. Und das trotz des Regens, der „pünktlich" nach der Eröffnung mit Fanfarenklängen vom Corps Rot-Weiß Niederburg, dem Begrüßungssekt und den ersten Menügängen einsetzte.

Das sind diese Momente, in denen sich die Mundwinkel von à la région-Chef Gerhard Stümper schlagartig nach unten ziehen. Da hat man in zwei Jahren Vorbereitungszeit an alles gedacht - und dann das. Natürlich denkt man vorab auch ans Wetter, das stimmen muss. Doch die traurigen Mienen der Organisatoren helfen erstens nichts, und zweitens sind sie unbegründet, denn die Gäste spielen auch bei Regen mit. Man macht eben das Beste draus, sucht sich ein trockenes Plätzchen und genießt ungehindert weiter. Am Wetter ist ja bekanntlich eh nichts zu ändern.

Keine Frage, so ein Bilderbuchwetter wie vor zwei Jahren in Kirchberg wünscht man sich immer bei solchen Veranstaltungen. Aber da der liebe Gott ja bekanntlich ein Kerbricher ist - diese Bemerkung ließ nach den ersten Regentropfen in Kastellaun nicht lange auf sich warten - müsste man à la région künftig schon dauerhaft auf den Kirchberger Marktplatz verlegen, um stabile Wetterverhältnisse einkalkulieren zu können. Sparkassenvorstand Wolfgang Nass zog ob der Nässe wie viele andere Gäste kurzerhand das Zellophan-Cape über, das sich im Laufe des Abends noch zum modischen Renner entwickeln sollte. Denn auch, als der Himmel nicht mehr weinte, behielten viele Gäste die Plastikhülle an - sie wärmte.

Doch, wie gesagt, solche Nebensächlichkeiten störten die Gäste nicht. Im Mittelpunkt des Abends standen wichtigere Dinge, wie Klaus Dietrichs Praline vom Ochsenschwanz (Birkenhof), Josef Mayers unglaublicher Bratapfel zum Damwildrücken (Eiserner Ritter), Gerardo Guastaferros unerreichtes Zitroneneis (Schwarzer Adler) oder solch unerwartete Köstlichkeiten wie Matthias Kleins Meerrettichsorbet (Felsenkeller). Ganz beliebt waren auch die geschmorten Schweinebäckchen vom „Schinderhannes" in Sohren. Die waren nämlich ruck, zuck ratzeputz alle - sicher auch begünstigt, durch die zentrale Lage des Stands.

Als nämlich der Regen einsetzte, mochten nicht alle Gäste die einzelnen Stationen, die auf dem Kastellauner Burggelände über drei „Stockwerke" verteilt waren, ansteuern. So labte man sich eben mehrmals an den „verkehrsgünstig" gelegenen köstlichen Schweinebacken.

Und überhaupt: Verantwortlich für den Regen waren ohnehin die „Arschplätscher" (Hunsrücker Mundartbezeichnung für Lehrer). Da Lehrer ja immer an allem schuld sind, war es in Kastellaun ebenso. Es dauerte ein wenig, bis die Band MAC (Musical Arschplätscher Company) vollzählig war, denn einige Musiker hatten noch einen Pflichttermin zu absolvieren und mussten erst noch zur Entlassfeier an ihrer Schule anwesend sein. Als die flotte Musik dann einsetzte, hörte es prompt auf zu regnen. „Die hätten früher anfangen müssen zu spielen", flachste Kastellauns Bürgermeister Marlon Bröhr, der sich über die gute Stimmung der Gäste freute, die sich von ein bisschen Regen nicht die Feierlaune verderben ließen.
(Rhein-Hunsrück-Zeitung - Thomas Torkler, 20.06.2011)

Werbung für die regionale Küche

Á la région findet alle zwei Jahre statt. Das ist ein Rhythmus, der den Hunger auf das Gourmet-Festival aufrecht erhält. Und seit der Premiere in Boppard 1995 hat man die Anzahl der Gäste ständig steigern können. Darauf können die Organisatoren stolz sein. 800 Gäste sind aber das Äußerste, was noch zu bewältigen ist, was die zeitweilige Gläserknappheit an einigen Ständen aufzeigte. Die Teams der Gastronomen müssen die Finger fliegen lassen, um alle hungrigen Mäuler zu befriedigen, rechtzeitig mit Nachschub parat zu sein und das Ganze auf gleichbleibend hohem Standard zu halten. Und wenn dann kurz vor 23 Uhr Cornelia Mayer an einem vorbeihuscht, weiterhin einen schönen Abend wünscht und sich fröhlich lächelnd mit den Worten verabschiedet, sie habe im Eisernen Ritter am nächsten Tag Frühschicht, dann kann man sich ausmalen, wie hoch der Aufwand für jeden Gastronomen ist, bei diesem Festival dabei zu sein.

Denn der Laden zu Hause muss schließlich auch weiterlaufen. Und doch lassen die beteiligten Betriebe - die Weingüter natürlich eingeschlossen - die Gelegenheit nicht aus, immer wieder bei à la région dabei zu sein. Lohn des immensen Aufwands ist der Satz: „Da müssen wir mal essen gehen", den am Freitag zahlreiche Gäste auf den Lippen hatten, nachdem sie das ein oder andere köstliche Häppchen probiert hatten. Á la région ist eine Werbeveranstaltung par excellence für die heimischen Winzer und Gastronomen. Und dass sich 800 Gäste bei einer Freiluftveranstaltung nicht am Regen stören, spricht eine deutliche Sprache. Man hat in unserer Region erkannt, welches Potenzial die heimischen Küchen und Keller zu bieten haben. Eine Großveranstaltung alle zwei Jahre manifestiert diese Erkenntnis stets aufs Neue.
(Rhein-Hunsrück-Zeitung - Thomas Torkler, 20.06.2011)

Das Programm 2011 (PDF)

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