Chronik | 15 Jahre à la région

Kirchberg 2009

26. Juni 2009

Ein halbes Jahr zuvor war die Veranstaltung ausgebucht. Was die Gäste genau erwartete, wussten sie vorher nicht - nur dass ein Ticket für à la région immer eine Genuss-Garantie beinhaltet.

KIRCHBERG. Mit 720 Besuchern verzeichnete das Gourmet-Festival à la région Besucherrekord - und hätte damit fast die Zahl erreicht, die am kommenden Wochenende an gleicher Stelle im Mittelpunkt steht, wenn Kirchberg 750 Jahre Stadtrechte feiert.

Noch ein paar Zahlen: 240 Helfer sorgten vor und hinter den Kulissen für reibungslosen Ablauf - Sicherheitspersonal der Feuerwehr noch nicht eingerechnet. Am Start waren erneut die besten Winzer, Köche und Gastronomen der Region, die sich mit viel Liebe zu ihrem Beruf, großem Engagement und Einsatz ins Zeug legten, damit diese Veranstaltung wie in der Vergangenheit zu einem großen Erfolg wurde.

Und hier liegt die Stärke von à la région: Der Star ist das Team. Alle Beteiligten ordnen sich der Sache unter, geben ihr Bestes, schuften vor, während und nach dem Ereignis viele Stunden, um ihren Beitrag zum Gelingen beizutragen. Diesen Team-Einsatz darf man in Zeiten, in denen das Wort Wirtschaftskrise die Schlagzeilen beherrscht, gar nicht hoch genug bewerten.

Heraus kommt dabei eine Veranstaltung, die nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. à la région ist längst eine Marke, der die Gäste blind vertrauen. "Diesem Vertrauen immer wieder aufs Neue gerecht zu werden, ist für uns die große Herausforderung, die für mich persönlich immer starke Anspannung hervorruft, weil ich die Leute nicht enttäuschen möchte", sagte ein rundum zufriedener Marketing-Direktor Gerhard Stümper gestern. Das Festival, dessen Motor er ist und das nach wie vor von zahlreichen Sponsoren getragen wird - von der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück über den Regionalrat Wirtschaft bis zu weiteren bedeutenden heimischen Unternehmen -, war wieder einmal gelungen. "Kultur auf dem Berg" lautete das Motto. Neben Essen und Trinken sorgten die Musikensembles "Young Brass" und "Full House" für den guten Ton, ein informatives, kurzweiliges Nachmittagsprogramm unter-hielt die Gäste und bot historische Einblicke. Ein Rundum-Wohlfühlpaket, das von den Gästen begeistert angenommen wurde. Mehr noch: Zahlreiche Gourmet-Fans schwärmten vom Ambiente in Kirchberg und wünschten sich, dass ein Marktplatz wie dieser des Öfteren Schauplatz solch geselliger Abende sein müsse. Gelingt dies, hätte à la région in Kirchberg auch den Anspruch an die Nachhaltigkeit erfüllt.

Und für alle, die außer Hochdeutsch auch "hunsrigga Platt" beherrschen, schreibt Thomas Torkler weiter:

Gemorje
En rischdisch Gehaichnis - iewa en scheene Ohmend

Herschaftszeide, so en Hoppehaaf harrisch jo se Lebdaach se lebbsde Zeide nimme in meisch eninngestoppt. Dodebei ware et jo als kläne Häppelscher, wo se servert hon bei "alla reschjiohn" orre wie dat häßt. Awa et war reischlisch. Zwöllef Gäng hot"s geb. Mehr hon mitte uffem Kerbrischa Maartplatz gehuckt un hon die ganz Kart rundgefress. Allähn wie se dat, wat uffem Della is, als nenne duhn. Do kriehste drei dinne Scheibscher kalde Brohre mit e paar Körner und sießsoua Essischsoß, un dat dun se dann "Damwildcarpaccio mit gerösteten Pinienkernen und Balsamico-Honig-Marinade" nenne. Eisch wäß et nit. Geschmackt horret allewäh mo. Un dat nächsde wor aach so ebbes. Do hon se en Supp in Gliesa gefilld, e Stickelsche Hinkel uffem Zahnstocher eninn gestoppt un uhedruff en gebackene Appel gelaachd. Dat häßt dann: "Aufgeschlagene Apfel-Curryrahmsuppe im Glas mit Vanille-Ingwerschmand und mariniertem Spießchen vom Hunsrückgockel". Wor arisch gut, dat Süppsche.

Un dat besde bei all däne Gäng: De konnst an jedem Stand de bassende Wein debei kriehe. Stümpers ihre Gerhard saht jo am Ahnfang iewa meisch: "Der missd alles probeere." Homma gemach, genau de Reih noh, wie et uff de Kart gestann hot. Uffem Della horret jo als iewasischdlisch ousgesiehn. Awa so in de Halbzeit harrisch kapeert, warum se nit Schnitzel druffgelaachd harre, dat ma kä Della meh sieht. Eisch wor do jo eigendlisch schon satt, awa Oatze were kän gemach! Un dä Wein! Klasse - allegare. Un de konnst nohhule, so viel wie de willst. Stubbi hot"s kä geb. Awa beim zwöllefde Gang kunnste en scheen gezappt Bitburja kriehe - bei de feine Leit häßt dat glawisch "Chateau de s"il vous plait" orre so. Awa wat soll eisch ouch sahn, de zwöllefde Gang harre mer nimme gepackt. Do wor ähnfach de Käs gess. Mer hon bloß noch uffem Maartplatz gehuckt un kunde nimme papp sahn. Eisch hat so"n Leib.

Wo eisch grad Maartplatz sahn: Der Kerbrischer hot ähnfach so en meggalisch scheene Platz, "Ambjende" dut ma sahn. Die scheene Fachwerkhäusjer, die groß Kerisch, de Torbohe, ähnfach klasse. Do hucksde do, lisst et der gut gehe, im Hinnagrund läfd schee Mussig, ma duht die Bähn ousstrecke, un ma lässt de Wein im Moul rundlaafe, is am schwätze un alles. Scheen wie varrickt. Dat loh misst ma viel öfda mache, sare die Leit all. Awa stellt ouch vor, de Weber am Markt duht Dische un Stühl nousstelle un mischt en Biergarde. Ruckzuck käme die Sheriffs. Muss jo eigendlisch nit sinn. Wer so en scheene Platz hot un duht et nit ousnutze, is sellebst schuld. Do kennter mol driewa simmeleere, der Kerbrischa, denn dat "alla reschijohn", dat wor en rischdisch Gehaichnis - sahn isch ouch. (Rhein-Hunsrück-Zeitung - Thomas Torkler, 30.06.2009)

Das Menue 2009 (PDF) in Kirchberg