Chronik | Simmern 2001

Simmern 2001

22. Juni 2001

à la région Simmern 2001 - Süße Qual der Wahl

Fünftes Rhein- Hunsrücker Gourmet- Festival: 600 begeisterte Gäste schlemmten gestern auf dem Simmerner Schlossplatz

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Es war eine höchst angenehme Quälerei, der sich rund 600 Gäste gestern auf dem Simmerner Schlossplatz freiwillig und mit großem Vergnügen aussetzten. Das Rhein- Hunsrücker Gourmet- Festival à la région ließ - wie erwartet - auch bei seiner fünften Wiederholung keinerlei Wünsche offen.

SIMMERN. "Im Hunsrück kann man nicht nur Urlaub machen, sondern auch gut essen", zitierte Moderator Ralf Schwoll einen Satz aus dem Internet- Gästebuch, das unter www.a-la-region.de zu finden ist. Wie könnte dies besser bewiesen werden, als durch eine Veranstaltung wie à la région?

Zum fünften Mal bereits gaben sich gestern Abend Winzer und Küchenchefs aus dem Rhein- Hunsrück- Kreis ein Stelldichein. Das Gute an einem solchen Massenaufmarsch von Spitzenkönnern: Konkurrenz belebt das Geschäft. Ein mittelmäßiger Tropfen oder eine gewöhnliche Speise sind daher von vornherein auszuschließen.

Die etwa 600 Gäste auf dem Simmerner Schlossplatz wurden in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht: Trilogie von Joghurtsüppchen, Holunderparfait und Kräutermuffins oder Schmelzende Geflügelpralinen auf pikanter Tomatenmarmelade mit kandiertem Sellerie standen da auf der Speisekarte. Dazu gab's herrliche Weine vom Schlage einer 1999- er Faberrebe Auslese von Albert Lambrich aus Oberwesel oder einen 1999- er Gutsriesling, Bopparder Hamm Fässerlay von Toni Lorenz aus Boppard.

Die Gespräche an den Tischen waren dann auch schnell verstummt, nachdem Moderator Ralf Schwoll und Weinkönigin Christina Specht die Küchenchefs und Winzer vorgestellt und Klaus Wende von der Kreissparkasse Rhein- Hunsrück die kulinarischen Genüsse freigegeben hatte. Allgemein herrschte zufriedenes Kauen, Schlürfen und Genießen. Zuvor hatte Moderator Ralf Schwoll aus Kastellaun den "offiziellen Teil" moderiert. Da wurde der Initiator, Manager und Motor von à la région vorgestellt. Gerhard Stümper aus Kappel ist Landwirt und hat à la région seinerzeit ins Rollen gebracht, als er im Zuge der Selbstvermarktung seiner eigenen Produkte - Damwildfleisch höchster Qualität - die Verbundenheit zweier unterschiedlicher Strukturen im Rhein- Hunsrück- Kreis besser herausstellen wollte.

Die Landwirte auf den Hunsrückhöhen und die Winzer des Mittelrheins können nur voneinander profitieren, lautete seine These. "Es war eine Herausforderung, zwei Regionen wie den Rhein und den Hunsrück zu verbinden", sagt Stümper. Daher ist auch das Logo von à la région bewusst gewählt: Kochmütze und Weinglas.

Die kulinarische Vielfalt an einem Abend in ihrer Gesamtheit präsentieren zu können, geht nicht ohne einen Sponsor. Die Kreissparkasse Rhein- Hunsrück ist bei à la région von Anfang an mit im Boot. Klaus Wende begrüßte auch die zahlreichen Gäste von den Wirtschaftsjunioren, die ihre Landeskonferenz an diesem Wochenende in Simmern abhalten. Mit dabei ihre Partner aus Galway/Irland, die sich die Hunsrücker Genüsse munden ließen.

Zum Rahmenprogramm gehörte die Musik des Blechbläserquintetts "Ausonius Brass" aus Kirchberg sowie die "Illumination kulinarischer Impressionen" vom Simmerner Pro- Winzkino.

Die Kombination von Landwirtschaft, Weinbau und Gastronomie - von Lászlo Gylányi, dem Chef des Regionalrates Wirtschaft Rhein- Hunsrück als "die ältesten Branchen" apostrophiert - präsentierte sich an diesem Abend in Höchstform, wurde zur gelungenen Komposition. Bei soviel Glanz musste schließlich auch der Hunsrücker Sommer- Himmel "passen". Je später der Abend, umso weniger Wolken!

Obwohl man mit vollen Mund bekanntlich nicht reden soll und trotz des verlockenden Angebotes an Speisen und Getränken blieb noch genügend Raum für Gespräche. Was Lázlo Gylányi einst festgestellt hatte: "Wir wissen noch zu wenig voneinander", stimmt heute nicht mehr - auch dank à la région. (Rhein-Hunsrück-Zeitung - Bert Baden, Thomas Torkler)

 

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